Historische Stätten

Der Angelstein stellt eine Felsgruppe aus anstehenden Felsen und ein-zelnen Felsblöcken aus dem Mittleren Buntsandstein dar. Sie gehören stratigraphisch zum oberen Geröllhorizont (smc 2). Die Felsblöcke sind teilweise so übereinandergestapelt, daß hausartige Formen und Höhlen entstehen, die anscheinend z. T. auch in Notzeiten bewohnt wurden (eine Tafel weist auf ein Ereignis im Jahre 1796 hin). An den Felsen sind teilweise sehr gut die Schichtungsstrukturen des Buntsandsteins erkennbar.

Der  Angelstein ist auf einem Wanderweg, der vom Stadtteil Waldrennach in Richtung Norden nach Neuenbürg führt, nach einer Wegstrecke von etwa einem Kilometer leicht zu erreichen. 

Er liegt am Osthang des 556 Meter hohen Sägkopfes, einer bewaldeten Kuppe zwischen dem Enztal im Norden und im Westen und dem Grösseltal im Osten. Die auffällige Felsengruppe wird aus anstehendem Fels der ober-sten Schicht des mittleren Buntsandsteins gebildet, dem oberen Geröllhorizont, der durch die erodierende Wir-kung des Grösselbachs und eiszeitliches Bodenfließen freigelegt wurde. Dem anstehenden Fels vorgelagert sind einzelne Felsblöcke, unter deren aufgetürmten Steinplatten sich höhlenartige Räume befinden, in welche sich in Kriegsnöten die Bewohner der Umgegend geflüchtet haben sollen. Laut angebrachter Inschrift soll hier im Jahre 1796 während eines Franzoseneinfalls sogar ein Kind geboren worden sein.

An dem steilen Weg von der Stadt zur Burg, liegt die historische   St. Georgskapelle, auf halber Höhe des Schlossberges inmitten des „Alten Friedhofes“. Die Gräber reichen zurück vom Mittelalter bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die heutigen Stützmauern sind von 1824. Die Grabsteine datieren aus 4 Jahrhunderten (17.-20.Jhd).  Im Jahre 1960 wurde die Anlage zum Park ausgebaut.
Die  Kirche unterhalb der „neuen Burg“ wurde vor 1290 erbaut und um diese Kirche herum entstand eine Art Burgweiler. Sowohl von den Schloß-herren, als auch von den Einwohnern genutzt, besaß das Kirchlein Pfarr-rechte. Indiz hierfür sind der Taufstein und  auch der Friedhof.  Später gingen  diese Pfarrrechte auf die neu gebaute Kirche im Tal über.

Vermutlich wurden die Wandmalereien der St. Georgskirche um 1340 von den Grafen von Württemberg, welche die Burg um 1320 erwarben,  in Auftrag gegeben. 
Diese Malereien wurden in den vergangenen Jahren in mehreren Etappen freigelegt und restauriert. Im derzeitigen Erhaltungszustand gehören sie zu den wertvollsten  Fresken Baden-Württembergs aus spätgotischer Zeit. Die Kirche ist baulich mehrfach verändert worden. Der Turm stammt aus späterer Bauzeit als der Chor und das Schiff, der Turmhelm mit dem markanten Zeltdach aus noch späterer Zeit. Er dürfte im Zusammenhang mit einem weiteren Umbau 1557 entstanden sein, auf den die Jahreszahl 1557 an der Nordseite der Kirche verweist. Die Empore mit ihrer für das 16./ 17. Jh. typischen ornamentalen Malerei ist wohl ebenfalls in dieser Zeit gebaut worden.

Bereits in keltischer Zeit war der Berg oberhalb der Enz von strategischer Bedeutung. Das heutige Schloss wurde von den Grafen von Vaihingen im 11. Jahrhundert gegründet. Nach mehrmaligen Besitzerwechsel gelangte die damalige Burg um 1320 in den Besitz des Grafen Eberhard von Württemberg, der damit einen Stützpunkt im Westen an der Grenze zu Baden erworben hatte. Heute zeugen nur noch wenige Überreste von der mittelalterlichen Burg, die wohl die Ausmaße der Renaissance-Schlossanlage gehabt hatte.
Herzog Christoph von Württemberg ließ um 1550 den Schloss-Neubau errichten. Er plante, Neuenbürg als Residenz für Mitglieder der herzog-lichen Familie auszubauen. Zunächst bestand der Neubau nur aus den schräg aufeinander zulaufenden Hauptflügeln, die im Westen durch ein Brücke, im Osten durch eine Mauer zu einem Viereck verbunden wurden. Den Nordflügel (Alter Bau) musste man nach einem Brand in den Jahren 1652 bis 1659 neu aufbauen. Der Südflügel (Neuer Bau) hat noch immer die schlichte dreigeschossige Form, die er im ausgehenden 16. Jahrhundert erhielt. In den ersten Stock gelangt man über die Freitreppe an der Außenseite des Gebäudes. 
Im Jahr 1617 erhielt Herzog Magnus von Württemberg das Schloss als Wohnsitz, er bezog es jedoch nicht. Die in Vorbereitung seines Aufent-halts erbrachten Bauarbeiten mitsamt einem Lustgarten an der Südseite, für den die Bergkuppe eingeebnet worden war, hatte der Baumeister Heinrich Schickhardt geleitet. Die „Hintere Burg“ wurde in dieser Zeit zum herzoglichen Fruchtkasten umgebaut. Außerdem konstruierte Schickhardt eine Wasserleitung, sodass die Bevölkerung bei Wasserknappheit dieses nicht mehr auf den Berg tragen musste.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 1638 Schloss und Stadt Neuenbürg geplündert, die Menschen vertrieben und die Äcker zerstört. Die württemberger Herzöge ließen den Nordflügel des Schlosses wiederaufbauen und die Gebäude renovieren. Doch wiederum wollte kein Familienmitglied Wohnsitz auf Neuenbürg nehmen. Aus dieser Zeit stammt das frühbarocke Rundbogenportal mit den Obeliskenaufsätzen, das heute den Zugang zum Hof bildet.
Auf Neuenbürg lebten durch die Jahrhunderte statt herzoglichen Familien Vögte, Schlosswächter und Forstmeister. Die Gebäude wurden zum Sitz von Landesbehörden. Erst 1940 zog das Finanzamt als Nachfolger des einstigen Kameralamtes hinunter in die Stadt. Anschließend beherbergten die Schlossräume Wohnungen und ein Maleratelier. 

Nach langjähriger Sanierung können Besucherinnen und Besucher seit dem Jahr 2001 ein Zweigmuseum des badischen Landesmuseums erleben, das die Geschichte des Nordschwarzwalds auf reizvolle und ungewöhnliche Weise dokumentiert. Man wandert in den Schlossräumen durch die Welt von Hauffs Märchen „Das kalte Herz“, das im Nordschwarzwald spielt. Im Südflügel geleitet der alte Schlossdiener Ambrosius die Gäste durch die Räume der Herrschaft, die gerade abwesend ist und berichtet von tausend Jahren Neuenbürger Geschichte.


Auf der anderen Seite der Enz, direkt gegenüber von dem Schloss, liegen die Reste der Waldenburg. Die Geschichte dieser Burg liegt weitgehend im Dunkeln, da sie in schriftlichen Quellen nicht erwähnt wird. Den Ruinenresten zufolge bestand die Burg aus einer Befestigungsanlage, einem Palas, einer Kapelle und mehreren Wirtschaftsräumen. Einige Funde von Töpferwaren verweisen auf Beziehungen zum Oberrhein und zur Schwäbischen Alb. 
Bei Grabungen fand man 1887 einen wertvollen „Drachenleuchter“ aus Bronze, der sich heute im Wüttembergischen Landesmuseum Stuttgart befindet. Lokalen Initiativen verdanken wir die Freilegung der Reste seit 1925, der Schwarzwaldverein (Ortsgruppe Neuenbürg) übernahm ab 1993 die Restaurierung der Ruinenreste. 

Nur noch einige lose Steinreste und Erdwälle deuten auf die einstige Anlage der Burg Straubenhardt hin. Die Ruine liegt auf einem Bergsporn hoch über der Enz und war ursprünglich Sitz der Herren von Straubenhardt. Unweit der Burg führte im Mittelalter die Demarkationslinie zwischen Baden und Württemberg. Das in der Nähe der Burg liegende Schwabentor ist ein Rest einer vermutlich mittelalterlichen Zollstation. Mit Hilfe eines Maut-turmes konnte die Zollstätte sogar Flößer kontrollieren und mit Zollabgaben belegen. 1930 wurden die Steinpfei-ler, an denen die Vorrichtungen für die Schranke noch deutlich zu erkennen sind, wieder hergerichtet. Auch die Burg Straubenhardt geriet zwischen die beiden Herrschaftsbereiche, denn im Jahr 1381 schrieb ein Vertrag zwi-schen Baden und Württemberg vor, dass die bereits zu diesem Zeitpunkt zerstörte Burg nicht mehr aufgebaut werden dürfe. 
 Die Herren von Straubenhardt wurden 1090 in Akten des Klosters Hirsau und in der Stiftungsurkunde des Klo-sters Herrenalb 1148 erwähnt. Das Geschlecht stammt vermutlich aus dem Kraichgau. Die Burg wurde vermutlich im 11.Jahrhundert von Gräfenhausen, dem heutigen Teilort von Birkenfeld, aus angelegt. Sie wurde später ausge-baut und war als Ganerbenburg gemeinsamer Besitz der Herren von Straubenhardt und der mit diesen verschwä-gerten Herren von Schmalenstein.
Der württembergische Graf Eberhard II entkam 1367 dem Nahe gelegenen "Wildbad" nur knapp einem Überfall des Ritterbunds der Martinsvögel, der durch den Grafen Wolf von Eberstein angeführt wurde und dem die Herren von Schmalenstein ebenfalls angehörten. Als Folge des Überfalls ließ Eberhard die Burg 1384 zerstören.


Noch heute deuten zerstreute Mauersteine und eine auffällige Topographie auf die ehemalige Burg hin.
Am 1. Dezember 1973 wurde die aus den ehemaligen Gemeinden Conweiler, Feldrennach, Langenalb, Otten-hausen und Schwann neu gegründete Gemeinde Straubenhardt nach der ehemaligen Burg und Adelsfamilie benannt.
Die Burg wurde nach der unwirtlichen Gegend Straubenhardt (alemannisch: „struben Hardt“ – rauher Forst) benannt. Diese Burg gehört heute zur Gemarkung der Gemeinde Neuenbürg Der Burgvogt nahm bald den Namen der Burg an. Sein Geschlecht der Edlen von Straubenhardt lässt sich bis in das 15. Jahrhundert nach-weisen.

Quellhinweis: Die Zeichnungen wurden z.Teil  dem “neuen” Neuenbürger Heimatbuch entnommen


Hier ist der Ort, 
wo mit dem Schwert 
vom Leben zum Tod gerichtet wird”


Noch Mitte des 20. Jahrhunderts waren viele Ämter in Neuenbürg angesiedelt. Im Zuge der Kreisreform hat sich einiges verändert. An die alten Rechte der Stadt erinnern noch die “Frei Hand” und auch der Richtstein. Dieser  steht noch immer auf der Wilhelmshöhe, nicht weit vom Krankenhaus-Parkplatz entfernt.
Rechts auf dem Stein sieht man einen kopflosen menschlichen Rumpf, auf einem Stuhl sitzend, der  Kopf liegt darunter auf dem Boden.

Im Jahre 1454 erhielt Neuenbürg, das Asylrecht. Einem alten Rechtsbrauch zufolge durfte die Stadt nunmehr allen Verfolgten Asyl gewähren.

Es wird angenommen, dass dieses Recht von der Burg auf das Stadtchen übergegangen sei.

War ein Verfolgter in der Lage, nahe genug an die Stadtmauer zu gelangen, um einen Handschuh dagegen werfen zu können, so mußte ihm Asyl gewährt werden. Dies erstreckte sich über sechs Wochen und drei Tage.

Während dieser Zeit konnte auch der übelste Verbrecher nicht verurteilt werden.

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